Raku

Die Ursprünge der japanischen Keramiktradition Raku (dt. Freude) gehen auf den Gründer Raku Chojiro zurück, der im Japan des 16. Jh. lebte. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Raku-Technik auch im Westen bekannter und gegenüber der japanischen Urform variiert. Entgegen dem herkömmlichen Verfahren Keramik zu brennen, wird der Raku-Ofen mit Gas auf die niedrige Brenntemperatur von 950°C bis 1100°C gebracht.

Sobald die Glasur ausgeschmolzen ist und keine Blasen mehr sichtbar sind, wird die Töpferware bei diesem Niedrigbrand rotglühend mit langen Zangen aus dem Raku-Ofen geholt und nach wenigen Sekunden in eine mit leicht brennbarem Material wie Sägespäne gefüllte Tonne gegeben. Bei diesem Prozess der Nachreduktion wird der Scherben an den Stellen geschwärzt, die vorher nicht mit Glasur versehen wurden. Durch den Temperaturschock entstehen zudem die für Raku typischen Risse (Craquelé), deren Größe und Beschaffenheit man während des Prozesses nur bedingt beeinflussen kann, so dass jedes Stück ein unnachahmliches Unikat ist.

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